Die Stuhluntersuchung im Labor

Was ist der Stuhl?

Der Stuhl ist das Endprodukt der Verdauung, welcher beim Toilettengang ausgeschieden wird. Umgangssprachlich wird häufig auch Kot gesagt.

Der Stuhl besteht aus vier Komponenten.  Neben unverdauten Nahrungsbestandteilen finden sich im Stuhl auch Schleimhautzellen des Darms, Verdauungssäfte und Bakterien.

Stuhluntersuchungen können eine Reihe von Krankheiten erkennen, bzw. bestätigen. Bei Durchfällen, Darmerkrankungen und zur Früherkennung von Darmkrebs werden sie häufig eingesetzt. Mit Stuhluntersuchung kann man aber auch ganz spezielle Dinge wie zum Beispiel die Damenbesiedlung durch Bakterien differenzieren oder feststellen, ob Pilze oder Würmer vorliegen.

Auch wenn es sich eklig anhört: der behandelnde Arzt oder die Laborassistentin werden die Stuhlprobe auf Konsistenz, Geruch, und Farbe beurteilen. Auch auf weitere Bestandteile, die eigentlich nicht in den Stuhl gehören, wie zum Beispiel Schleim oder Blut, wird geachtet. In seltenen Fällen wird sogar das Gewicht der Stuhlprobe bestimmt.

Wie sieht der gesunde Stuhl aus?

Der gesunde Stuhl ist in der Regel weich und geformt, sowie mittelbraun. Ein guter Stuhlgang sollte unter 300 g pro Tag liegen und maximal 7 g Fett enthalten. Normalerweise ist der Stuhl klar geformt.

Wie sieht kranker Stuhl aus?

Liegt eine Erkrankung vor, so verändert sich der Stuhl.

Beim sogenannten Fäulnisstuhl ist der Stuhl sehr dünn und faulig stinkend. In der Regel deutet dies darauf hin, dass Eiweiß in der Nahrung nicht vollständig verdaut wird.

Beim Gärungsstuhl wird eine große Menge ausgeschieden, die eine schaurige Konsistenz aufweist und unangenehm scharf riecht. In der Regel tritt dieser Stuhl auf, wenn im oberen Darmabschnitt die Kohlehydrate nicht richtig verdaut werden.

Der sogenannte Fettstuhl ist von klebriger und glänzender Form, er wirkt lehmartig. Dieser Stuhl tritt auf, wenn Fette in der Nahrung nicht richtig verdaut werden.

Darüber hinaus kann der Stuhl blutig und voller Eiter sein. Er riecht dann wie Jauche und deutet auf verschiedene Krankheiten, zum Beispiel entzündete Divertikel oder Parasitenbefall hin.

Insgesamt beachtet der Arzt die Farben des Stuhls. Er kann rot sein (meist blutig), er kann schwarz wie Teer sein (zeigt Blutungen in Magen, Speiseröhre und Zwölffingerdarm an), grau oder weiß, gelblich oder grünlich. Bei all diesen Farben ist der Arzt in der Lage eine erste Diagnose zu stellen.

Wie gibt man die Stuhlprobe ab?

Für eine Stuhlprobe muss man zuerst Stuhl entnehmen. Am sichersten ist, den Stuhl in ein sauberes Gefäß abzugeben. Zum Beispiel eine Schale oder ein Topf. Der Grund ist, dass in der Toilette Verunreinigungen auftreten können. Wenn sich am Toilettenrand Bakterien befinden, so können die sich mit dem eigenen Stuhl vermischen und das Ergebnis der Stuhlprobe verfälschen.
Sieht man als Patient bereits Unregelmäßigkeiten wie zum Beispiel Blut oder Schleim, so sind diese mit in die Stuhlprobe abzugeben. Die Stuhlprobe selbst wird mit einem kleinen Löffel oder Spatel genommen und in ein Röhrchen gegeben. Hierzu reichen wenige Gramm.

Es kann vorkommen, dass man den Stuhl mehrerer Tage sammeln muss, weil bestimmte Bakterien, Wurmeier oder Pilze nicht immer ausgeschieden werden. Lagern Sie das Röhrchen mit den Stuhlproben trocken und ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Unser Labor behandelt Stuhlproben diskret und analysiert diese schnell. Je nach Art der Untersuchung können wir die Ergebnisse manchmal bereits am nächsten Tag ihrem Arzt faxen oder mailen.