HbA1c ist eine Form des Hämoglobins, genauer ein Glykohämoglobin. Der HbA1c Wert wird genutzt, um festzustellen, wie hoch der durchschnittliche Zuckergehalt des Patienten ist. Mit ihm kann man einen Rückschluss auf den Zuckerwert der letzten 8-12 Wochen nehmen.
Aus diesem Grund ist der HbA1c Wert besonders für die längerfristige Kontrolle eines Diabetes (siehe hier), bzw. einer Vorstufe des Diabetes zu verwenden. Für diesen Wert hat der Volksmund der Begriff Blutzuckergedächtnis geprägt.
Was ist der HbA1c?
In der Lunge findet der Gasaustausch des Körpers statt. Hämoglobin als Blutbestandteil führt Sauerstoff aus der Lunge durch die Blutbahn an alle Punkte des Körpers. Auf dem Rückweg nimmt das Hämoglobin Kohlendioxyd, also den verbrauchten Sauerstoff, mit zur Lunge. Das Hämoglobin ist nun in mehrere Typen unterteilt und für Erwachsene Bezeichnung HbA etabliert.
Im Blutkreislauf verbindet sich nun der Zucker mit dem Hämoglobin. Diesen Vorgang nennt man Glykierung. Solch ein mit Zucker verbundenes Hämoglobin nennt man HbA1. Der Großteil Zuckers nun aber an einer speziellen Untereinheit des Hämoglobin angedockt. Diese spezielle Untereinheit wird durch den Anhang C gekennzeichnet, was insgesamt dann dem Begriff HbA1c entstehen lässt.
Wenn der Mensch Kohlehydrate aufnimmt, so steigt der Zuckerspiegel. Der Zucker im Blut verbindet sich mit dem Hämoglobin. Sinkt der Zuckerspiegel, so lösen sich normalerweise diese Verbindungen wieder. Hat man nun als Diabetespatient über einen längeren Zeitraum einen hohen Blutzuckerspiegel, so wird die Verbindung zwischen Hämoglobin und Zucker stabiler. Sie kann sich irgendwann nicht mehr auflösen; die Zucker werden erst durch Absterben der roten Blutkörperchen wieder frei. Dieser Zeitraum dauert ca. drei Monate. Durch Analyse des HbA1c-Wertes kann man also genau feststellen, wie hoch die Zuckerkonzentration im Blut in den vergangenen Wochen war.
HbA1c Diagnose
Während man früher noch die Werte von Hämoglobin A1c prozentual zur Hämoglobingesamtmenge angab, so wird heute der HbA1c-Wert in Millimol pro Mol angegeben.
Im Labor lässt sich nun der HbA1c-Wert messen und es lässt sich feststellen ob eine Abweichung zum Normalwert vorliegt. Erhöhte Werte zeigen auf eine beginnende oder bestehende Diabetes hin. Darüber hinaus lässt sich mit einer regelmäßigen Kontrolle Wertes der Diabetiker einstellen und der Wert gibt Aufschluss über Veränderungen des Blutzuckerspiegels. Gegebenenfalls muss der behandelnde Arzt dann Medikamente verordnen.
HbA1c-der Normwert
Meistens bekommen die Patienten beim Arzt die alte Maßeinheit genannt. Ein gesunder Mensch hat einen Normwert von 5 %. Das bedeutet dass 5 % der Hämoglobinmoleküle verzuckert sind. In der neuen Maßeinheit entspricht dies etwa 30 mmol/mol.
Zielwert des HbA1c bei einer Diabetes Typ1 ist in der Regel 7-7,5%, was maximal 58 mmol/mol entspricht.
Der Zielwert bei einer Diabetes Typ2 liegt zwischen 6,5% und 7,5%, was 48-58 mmol/mol entspricht.
Häufig wird der Arzt bei einem Diabetes Typ2 zuerst versuchen, durch Ernährungsumstellung die Werte zu verbessern. Viel Gemüse und wenig Kohlenhydrate sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Mit Annäherung der Werte an die oben beschriebenen Normwerte verbessert sich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.
Wann ist der HbA1c nicht verlässlich?
Immer dann, wenn der Blutzucker nur für wenige Stunden stark ansteigt, verändert sich der HbA1c nicht ausreichend. Das bedeutet, dass der Körper vom Zucker geschädigt werden kann, ohne dass die Laborwerte des HbA1c erhöht sind. Es ist daher zu empfehlen, dass Diabetiker vom Typ2 regelmäßig auch den aktuellen Zuckerwert messen.