Beinahe jeder Erwachsene und auch viele Kinder haben schon einmal Urin beim Arzt zur Untersuchung abgeben müssen. Die Urin- bzw. Harnuntersuchung ist in der Medizin eine grundlegende Diagnosemethode. Sie lässt Rückschlüsse auf Krankheiten zu, indem der Urin auf die Zusammensetzung und Beschaffenheit analysiert wird.
Mittels der Hahn Untersuchung kann man Diagnosen zum Beispiel über den Diabetes mellitus, Harnwegsinfekte oder den Zustand der Niere erstellen.
Wie wird der Urin gewonnen?
In einen sauberen und verschließbaren Urinbecher wird der Mittelstrahl abgegeben. Das bedeutet, man gibt erst etwas Urin ab, hält ein und positioniert den Urinbecher, gibt in diesen etwas ab, hält erneut ein und lässt den Rest-Urin in die Toilette ab.
Vor der Abgabe einer Urinprobe sollten die äußeren Geschlechtsorgane gesäubert werden. Ansonsten können Bakterien oder Eiweiße in die Probe gelangen und sie verunreinigen. Frauen sollten die Schamlippen etwas auseinanderziehen und Männer die Vorhaut zurückziehen.
Für Frauen gilt, dass die Urinprobe nach Möglichkeit nicht während der Monatsperiode abgegeben werden sollte. Ansonsten kann der Test auf Blut im Urin verfälscht sein.
Was wird im Urin untersucht?
Zuerst untersucht ein Mitarbeiter der Arztpraxis den Urin. Für die wichtigsten Parameter gibt es Teststreifen, die einen schnellen Test ermöglichen. Der Streifen wird kurz in die Urinprobe gehalten und aufgrund von Verfärbungen auf dem Testfeld kann man das entsprechende Ergebnis ablesen.
Anschließend wird der Harn zentrifugiert. Mit dieser Methode gewinnt man das sogenannte Harnsediment, also die festen Bestandteile des Urins. Dieses kann man unter dem Mikroskop untersuchen und so Harnsäurekristalle, Bakterien, rote und weiße Blutkörperchen, sowie Eiter oder Parasiten feststellen.
Darüber hinaus kann im Labor eine Urinkultur angelegt werden. Dabei wird die Urinprobe auf einen Nährboden gegeben und kommt anschließend in einen Brutschrank. Sofern der Urin Bakterien oder Pilze enthält, werden sich diese auf dem Nährboden besonders gut vermehren, bzw. wachsen. Diese Pilze oder Bakterien kann man dann noch weiter untersuchen, zum Beispiel auf Resistenzen gegenüber Antibiotika oder Pilzmitteln.
Eine gründliche Urinuntersuchung umfasst folgendes:
- Menge
- Farbe und Geruch
- Messung des pH-Wertes
- Untersuchung auf Zucker
- Untersuchung auf Eiweiß
- Untersuchung auf Blut im Urin (rote oder weiße Blutkörperchen)
- Untersuchung auf Bakterien
- Untersuchung auf Ketone
- Untersuchung auf Nitrit
Was passiert nach dem Urintest?
In der Regel dauert es einige Tage, bis alle Ergebnisse gesammelt sind. Der behandelnde Arzt wird dann die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und möglicherweise anhand der Urinwerte eine Therapie einleiten oder eine bestehende Therapie verändern.
Übrigens: Sie können eine Reihe Teststreifen für Urinuntersuchungen rezeptfrei in der Apotheke kaufen und zu Hause den eigenen Urin testen. Bitte beachten Sie jedoch, dass dies keinesfalls einen professionellen Urintest durch einen Arzt und ein Labor ersetzen kann.